Angelpark-Schauen
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    Waller-Knaller Avatar von Rumpelrudi
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    Langer Krampf am Steegersee zu Ende

    Viele Jahre wurde der Steegersee vom Fischereiverein Aulendorf bewirtschaftet, zumindest bis 2009. Dann lief die 5-jährige Pacht aus und der Verein gab sein Pachtgebot ab, ohne zu wissen, dass der designierte Schriftführer sich als Gegner offenbarte. Dieser überbot als Einzelperson den Betrag mit dem Versprechen, dass zukünftig ein größerer Kreis in den Genuß der 12 Jahreskarten und 60 Tageskarten kommen würde. Bisher war nur Vereinsmitgliedern das Angeln erlaubt. Er bekam den Zuschlag.

    Nun erwies sich das Versprechen als wertfrei, weil dieses aufgrund der 5-jährigen Laufzeit nicht schriftlich festgehalten wurde. Für die jährliche Pacht von 500 € sollte tatsächlich ein Pseudonaturschutzprojekt etabliert werden, wofür jährlich 5000 € an Landesmittel und von Privatsponsoren eingeworben wurden. Ein privater Naturschutz und Fischerverein wurde dafür gegründet, zur Rettung der Wasserpflanzen und zum Netzabfischen des Sees, weil Fische ja auch Wasserpflanzen fressen. Im See lebten ca. 60 Graskarpfen und es ist mit Netzen gelungen, in den 5 Jahren 7 Graskarpfen abzufischen. Lächerlich, aber als Erfolg verkauft. Tatsächlich schien es die Ernsthaftigkeit vom Naturschutz zu untergraben.
    Parallel dazu wurden Test-Bepflanzungen im See vorgenommen, welche allesamt mit Drahtkäfigen geschützt und wissenschaftlich begleitet wurden. Seltsamerweise stieg auch die Pestizidbelastung des Sees an. Der Verdacht, dass einer der Sponsoren den See auch für Testzwecke eines Antialgenmittels benutzte, konnte nicht erwiesen werden. Auch wurden Glasfasernetze getestet, die jedoch allesamt von den Grasern zerrissen wurden.
    Wie dem auch sei.

    Der Pachtvertrag lief aus, und in der Kündigungsfrist ist es den Anglern des Fischereivereins Aulendorf gelungen, zwischen September und dem Jahresende 2014 insgesamt 8 kapitale Graskarpfen mit der Angel zu fangen und aus dem See zu entfernen.

    Nun wurde dem Fischereiverein ein neuer Pachtvertrag für 600 €/Jahr zugesprochen. Natürlich unter dem Protest des Vorpächters, der das wissenschaftliche Projekt gefährdet sieht. Die Angler versprachen aber, und das schriftlich, dass sie kein Interesse daran haben, den Pflanzenwuchs zu beeinflussen jedoch vorrangig die Graskarpfen beangeln. Das Problem der übrigbleibenden Graser würde sich sowieso in den nächsten Jahren von allein lösen, weil das Fischalter dann erreicht ist. Dazu benötigt der Fischereiverein keine 5000 € im Jahr vom Land, sondern kann seiner Jugendgruppe wieder ein vernünftiges Gewässer bieten. Die Drahtkörbe werden selbstverständlich dem Besitzer zurückgegeben.

    Um solche Pachterschleichungen mittels Strohmänner für die Zukunft zu verhindern, wurde erstmalig ein Pachtvertrag über 12 Jahre abgeschlossen, denn nur so ist laut Landesgesetz eine schriftliche Verpflichtung zur Hege- und Pflege möglich.

    Ab 1.1.2015 ist der See wieder in der Regie eines verlässlichen Fischereiverein Aulendorf.
    Geändert von Rumpelrudi (31.12.2014 um 22:48 Uhr)
    Angeln ist die einzige Philosophie, bei der jemand, der Glück hat, satt werden kann.

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