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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wels / Waller = Fressmaschine?



Pütt
27.05.2011, 18:45
Moin Moin,

in der neuen Zeitschrift -Fischwaid- fand ich einen interessanten Artikel, über das Fressverhalten der Welse/Waller.
In den Köpfen vieler Angler ist der Raubfisch eine Fressmaschine, ist es wirklich so?
Der Autor, Herr Winfried Klein, beschreibt wie folgt eine Berechnung zum Futterbedarf und Wachstum.
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Annahme: Wels, 12 Jahre alt, Gewicht 30 kg
Futterquotient in der Natur: 1 : 6
Das bedeutet, dass der Wels, um die 30 kg Gewicht zu erreichen, die etwa sechsfache Menge Futter - also 6 x 30 kg= 180 kg Futter zu sich genommen hat.
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Rechnet man seinen Nahrungsbedarf pro Tag aus, so kommt man auf:
In 12 Jahren = 180 kg
180 kg : 12 Monate = 15 kg Futter
15 kg : 365 = 0,041 kg / Tag
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Also ist rein rechnerisch der Futterbedarf dieses Wallers bei sage und schreibe 41 Gramm/ Tag!
Im warmen Wasser ( Warmwasser- Fischaufzuchtanlagen ) liegt der Futterquotient bei 1:1 bis 1 : 0,6 , das heißt, dass hier lediglich 0,6 kg Futter benötigt wird um 1 kg Wallerfleisch zu erzeugen.

Tja, ist er nun eine Fressmaschine oder nicht, was meint Ihr dazu?

Wildfang
27.05.2011, 19:27
Hab mal gelesen das Welse in grösseren Abständen fressen(aller 2-3 Tage). Er wird ja nicht umsonst der Fisch der hundert Stunden genannt.
Aber wenn dann richtig,selber hab ich schon Fressorgien beobachten dürfen, da kocht das Wasser. Im vorigen Jahr einmal und auch schon in diesem Jahr einmal, habe ich auf meinen Streifzügen beobachten dürfen wie ausgewachsene Enten von der Oberfläche verschwunden sind.
Wenn ich bedenke wie Geräuschlos das von statten ging so muss das jeweils ein wirklicher Riese gewesen sein. Halte ich die Werte vom Tagesverbrauch dagegen kommt mir das recht unwahrscheinlich vor. Aber das kann schon theoretisch hinkommen da es statistisch ermittelt wurde-also auch die Zeit einbezogen wurde in der der Waller gar nicht frist(Winter). Aber selbst bei besten Bedingungen-nur 600gr fressen um 1000 gr zuzunehmen- geht gar nicht- niemand bekommt mehr Energie aus einer Sache als reingesteckt wird. Ich glaubs nicht so richtig. Fressmaschine ? hm wenn die Bedingungen stimmen vllt ja, ansonsten eher nein,er wird nicht mehr verputzen als ein Hecht oder Zander. Natührlich spielt die Fischgrösse eine Rolle aber das relativiert sich damit auch schon wieder. Interessant ist das Thema aber schon, denn die Fragen ob es stimmt wenn man so manchen Anglerkollegen hört,das der Waller daran Schuld sein soll das zB weniger Zander aus den Flüssen gezogen werden könnte man so klären.
Hergehören tut er aber genauso wenig wie Zander Karpfen oder Grundeln. Einen Vorteil scheint es aber zu haben, bei uns in der Elbe kann man wieder mit Wurm angeln ohne das die Wollhandgrabben alles wegholen.

Hechtcatcher96
27.05.2011, 20:24
Pütt, du meintest wohl 180kg:12 Jahre, oder, naja jedenfalls bin ich auch der meine, dass der wels nicht das problem in unseren gewässern ist, sondern der komoran!!!
Diese fressen alle jungfische eg und trauen sich sogar an große ran, sie müsste man eher dezimieren, als den wels!!

LG

Pütt
28.05.2011, 09:08
...das Fressverhalten der Welse / Waller hängt stark von der Wassertemperatur ab. Die Verdauung ist sehr langsam und effektiv.
Untersuchungen haben ergeben, dass bei einer Wassertemperatur von 15 Grad Celsius der Wels / Waller 4 Tage benötigt um seine Beute zu verdauen.
Rein rechnerisch ist das wirklich nicht viel, da frisst mein kleiner Hund am Tag das dreifache ( 120 gr. ) :D :up:

Hechtcatcher96
28.05.2011, 13:08
Ja, und immer wird darüber geredet, wie der wels alles wegfrisst, dass ist einfach ein lüge...
Das einzige was der Wels macht: Er frisst enten, die auch teilweise schon ausgewachsen sind.
Aber ich behaupte, dass es von denen noch genug gibt, also auch ein zeichen dafür, dass der wels nicht ständig frisst!!

Rainer1961
28.05.2011, 13:57
Ich kenne diese Studie und kann Pütt da nur Recht geben. Im verhältnis dazu der Hecht, der frißt das 5,7-fache seines Köpergewichtes in jeden Jahr, also ein 10 Kg Hecht benötigt so um die 57 Kg Futter jedes Jahr, je größer je mehr Futter.
Das Problem ist also nur, daß der Wels in der Lage ist deutlich größere Nahrung für sich zu erschließen und das kann schon mal das Ende für Frauchen`s Fiffi bedeuten und halbstarke Karpfen sind für ausgewachsene Welse auch kein Problem.

:angler: Rainer

Pütt
29.05.2011, 09:01
...ich habe viele Stunden mit der Beobachtung von und an Gewässern verbracht, und immer auch mal wieder ein Entenküken verschwinden sehen, dass macht der Hecht aber auch.
Welse / Waller haben ja schon ein recht imposantes Maul, da passt was rein, mitunter auch mal eine unaufmerksame Ente oder ein anderes Wassergeflügel. Das sie nun aber gezielt auf diese Beute es abgesehen haben, dass ist wohl ein Trugschluß. Von kleinen im Wasser zappelnden "Fiffi`s" habe ich auch gehört, gesehen habe ich es jedoch noch nicht, aber möglich ist es allemal.
Sicher ist, dass sie auch von pfundschweren Karpfen nicht halt machen, fressen sie aber auch gern Aale. Ihre Lebensweise ist schon sehr interessant, Bilder und auch Filme gibt es ja genug, auch ich sehe sie mir gerne an.
Wer soeinen Urian mal an der Angel hatte wird den Drill nicht vergessen.

Hechtcatcher96
29.05.2011, 13:07
Ja das mit den Aalen hab ich auch schon gehört und ich denke, dass da auch was dran ist. Wenn der Wels einen Fisch wegfrisst, dann den Aal, aber das ist auch nicht bewiesen und ich bleib weiterhin bei der Dewise, dass der Komoran viel mehr dazu beiträgt!!

LG

Wildfang
29.05.2011, 16:30
Na ja kleine Fifis wird er wohl eher nicht fressen,ich denk da wird viel übertrieben :D. Der Fisch wird meiner Meinung nach viel zu viel Mystifiziert und ne Menge angedichtet. Wenn man mal die Videos vom Epro in Spanien betrachtet, da ist jeder zweite gefangene Fisch ein Zander oder ein Karpfen und wenn man die Brocken von Welse sieht die da gezogen werden dürfte nix anderes an Fischen mehr vorhanden sein, wenn man den Vorstellungen und Erzählungen mancher Angler Glauben schenkt. Wenn es wirklich so wäre das er ne Fressmaschine ist dann hätte er sich Mangels Futterfisch schon längst selber ausgerottet. Von der Seite betrachtet wird diese Studie schon wieder einleuchtend.

Life4Fishing
05.08.2011, 18:12
Naja ich finde das er ruhig ein paar kofis fressen soll, weil wenn das der natur ned passen würde dann würd sich schon was ändern, oder?
ich mein:
Wenn mehr Kofis da sind, gibts weniger Futter für den Karpfen,Brassen,Schlei etc.

Also ich glaub die Natur regelt des schon außer es gibt halt so "Idioten" die sich in ihren Weiher 2m Waller reinsetzten weil sich das ja dann alles nicht anpassen kann

Rumpelrudi
06.08.2011, 01:58
Beim Besatz beissen sich die Auffassungen, weil ein Karpfen grundsätzlich nur durch künstlichen Besatz im Gewässer vorhanden ist. Er ist trotz vieler Zuchtversuche ein Exot geblieben, der theoretisch nichts in unseren Gewässern zu suchen hat.
Aber wir sind beim Waller.
Erstaunlich ist, dass sich der Waller gegenüber dem Zander besser behaupten kann und die Vermutung liegt nahe, dass das an der Vorliebe für Aal liegt. Schon in der Vergangenheit haben Aalreusenleger regelmäßig Waller im Korb gehabt, die sich darin satt gefressen haben. Dies blieb uns Anglern lange Zeit verborgen. Erst mit dem Rückgang der Aale werden immer häufiger Welse auf Tauwurm gefangen, so dass die Anglerschaft aufmerksam wurde. Auch früher verschwanden Angelruten beim Aalangeln auf Nimmerwiedersehen und mysteriöse Fische knackten einfach so ein 40er Vorfach.
Aal und Wels lebten in einer Haßliebe, denn als arger Laichräuber hat der Aal den Welsbestand gering gehalten, während der Wels kaum in der Lage war, den Aalbestand zu gefährden.
Nun ist die Gefahr da, die Überall in der Natur vorkommt, wo natürliche Feinde knapp werden oder nicht mehr vorhanden sind.
Beim Karpfen ist das kein Problem, denn er ist sich selbst der größte Feind, weil er sich nicht natürlich vermehren kann. Der Bestand kann sehr einfach kontrolliert werden. Dabei sollte mit einem Irrglauben aufgeräumt werden. Mit zunehmenden Alter wird auch ein Karpfen zum Raubfisch, denn ansonsten würde er wie jeder andere Fisch der nicht genug Nahrung findet, einfach sein Wachstum einstellen.